für möglich halten was aus Untiefen kommt 

eine Anfangszeile aus dem Nichts 

Zeile für Zeile ins Offene geschrieben



 

 

Ausgewählte Gedichte

für möglich halten

zu berühren

sein Gewand
sie erlöst

abgewiesen
anonymes Leiden
Heimat finden

leeres Versprechen
in den Wald gerufen
im Halse steckenbleibt

ihre Augen
in ihm
Halt finden

im Herzen
sanft
ein Licht aufgeht

wer wohin

könnt ich verkaufen
dir die Luft
in meinen Händen

bedächtig
zu Markte getragen
sorgfältig sein Gut

zwischen Daumen und Zeigefinger
den Preis er fühlt
ein Luftschloss baut

macht er heiter seine Geschäfte
lebt in Zeiten
sich zu lassen weiß

in weiter Ferne
unter hohen Baumkronen er wittert
was in den Kleidern hängenbleibt


wandeln

mit einer Wolke
Latenz unter dem Arm
trödelt er in Schieflage
von einem Zimmer ins andere

wartet dass ihm der Zufall
über den Weg läuft
eine Idee zusteckt
ohne in Reim zu fallen

die Zeit stehenbleibt
ein Privileg der Leere
die hinwegweht 
die Flausen der Welt

winddurchblasen
verloren der Anschluss
die Hand aus der Tasche
der Fleiß am Hut

fällt ein Satz
in seinen Schoß
als Anfänger
am offenen Fenster

der Stift die Hand führt
unternehmungsfreudig die Tinte riecht
weckt er Buchstabe für Buchstabe
aus tiefem Schlaf



short message

Worte
auf dem Rücken 
auf der Wiese
in den Himmel geschrieben

die Wolken tragen
zu dir
was unaussprechlich
in Sehnsucht verborgen

erfüllt
mit aufgeblasenem Segel
über die Meere
seine Fracht auf Reise schickt

ungewiss
wie es gehen kann
anzukommen
in ruhendem Sturm

sind aufgewirbelt
Federn
über den Hof hinweg
sanft in deinem Schoß landen

kommen wir
zusammen
im letzten Zug
der auf freier Strecke hält

gegen rechts

könnten sie 
doch
bis drei zählen

würden sie
der Unbekannten
Beachtung schenken

Vater unser

nein

nicht auf Stein

leben auf losem Netz

wenn die Erde bebt

 

nicht für Geld

den Handschlag

zu haben

der gilt

 

das Blaue vom Himmel

versprechen

die selber satt

den Hunger verloren

 

in feinem Tuch

mit Glanz und Gloria

Einzug halten

in Gottes Haus

 

sollen sie

sich selber feiern

anschließend

Schenkel klopfen 


ohne Land das Volk

wehe der Südwind

ruhende Erde bebt

in ihren Gliedern

Netze über Bord

 

das eine Wort

auf falschem Stein

roh und hart

gebeugt das Fundament

 

zieht die Prozession

durch sonnige Gärten

Hab und Gut

verloren im Meer

 

von Kindertagen an

dem Sinn hinterher 

läßt sich 

der Schmetterling nicht fangen

 

Narren vorüberziehen

Geld in Grimassen

schneiden

ins Fleisch des Bruders

 

aus jeglichem Zusammenhang

gerissen

seine langen Wege

Schritt für Schritt

 

kommt er 

nach Hause nicht

vor Anbruch

der dunklen Zeit

 

seine Liebe er trifft

betroffen in seine Leere

aus dem Nichts getragen

auf federndem Schlitten

 

ziehen ein sie

ins Vergessen

rahmenloses Bild

zum Aufhängen der Nagel fehlt

 

ein Stüblein

klein und fein

sie beide träumen

in himmlischen Höh'n

 

 

ins Meer getaucht

Träume am Ziel

folgen wir
in deinen Armen
der warmen Welle
ein weiter Weg
ganz hinten
zum letzten Glück
ins Meer getaucht
knüpfe ich den Faden
zurück zu dir
taue auf 
unterwegs
unentwegt
auf's Neue aus
die Welle läuft
ins Offene
landen
du
fliegst sanft
voller Vertrauen
auf meine offenen Hände
mein
warmer Atem
läßt
dein buntes Kleid erstrahlen
vergnügt
fliegst du wieder los
zwitscherst munter
ein Frühlingsliedchen

und das auch noch

das
und das
und das auch noch

wo
doch schon
das eine reicht

sagt der eine es sei komplex
einem anderen die Überschrift fehlt
nimmt ein weiterer es einfach so hin

auf zwei Beinen er geht
gelassen und froh
in den Zoo

leere Wände

und
wieder einmal
hing er alle Fotos im Hause ab

die leeren Wände
still standen
trauerten um die Geschichten

drehte er sich um
und stolperte
über einen Radiergummi